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Die Zeitschrift  "Die Frau"  1945-1987

Geschichte



Vorläuferinnen

Die Frau

Die letzte Nummer



Die Frau Jahrgang 5 Heft 38



Die neue Frau Jahrgang 41 Heft 15

Die Vorläuferinnen

Arbeiterinnen-Zeitung (1892 - 1924)

Am 1. Januar 1892 erschien die erste Ausgabe der Arbeiterinnen-Zeitung. Aufgabe der Zeitung war es, die Interessen der Arbeiterinnen zu vertreten. Die spätere sozialdemokratische Nationalratsabgeordnete Adelheid Popp, geborene Dworschak (1869 - 1939) - sie redigierte die Zeitung während der gesamten Zeit ihres Bestehens - bezeichnete dieses Datum als die Geburtsstunde der Arbeiterinnen-Bewegung in Österreich. Tatsächlich war die Zeitung viele Jahre hindurch für Sozialdemokratinnen die einzige Möglichkeit, Frauen auch außerhalb der Großstädte politisch zu informieren. Offiziell war Frauen jegliche politische Betätigung bis zum Zusammenbruch der Monarchie im Jahr 1918 verboten. Die Arbeiterinnen-Zeitung wurde denn auch wiederholt konfisziert. Die Auflage der Zeitung blieb vorerst relativ klein, da viele Frauen Angst hatten, sich als Sozialdemokratinnen zu deklarieren.

Erst durch die Gründung der "Freien politischen Frauenorganisation" im Jahr 1908, einem Zusammenschluss der bis dahin entstandenen sozialdemokratischen Frauen bzw. Arbeiterinnen-Vereine, nahm die Zahl der Frauen, die sich zur Sozialdemokratie bekannten und die Arbeiterinnen-Zeitung bezogen, kontinuierlich zu. Bis 1921 erschien die Arbeiterinnen-Zeitung 14-tägig, ab 1922 einmal im Monat.

Entwicklung der Auflage:

  • 1914: 30.000 Leserinnen
  • 1919: 110.000 Leserinnen
  • 1924: 140.000 Leserinnen

Die Frau (1924 - 1934)

Im März 1924 ändert die Arbeiterinnen-Zeitung ihren Titel in "Die Frau. Sozialdemokratische Monatsschrift", da - so lautete die Begründung - in der Sozialdemokratie nicht nur Arbeiterinnen im engeren Sinn politisch organisiert seien, sondern auch Hausfrauen und Vertreterinnen "geistiger Berufe". Die Zeitschrift erhielt gleichzeitig eine Beilage mit dem Titel "Freie Stunden", die Fragen der "Geistes-, Körper- und Wohnkultur" thematisierte.

Chefredakteurin der Monatszeitschrift "Die Frau" war weiterhin Adelheid Popp. 1930 betrug die Auflage 226.500, zwei Drittel davon wurden in Wien vertrieben. Insgesamt erreichte "Die Frau" zu dieser Zeit Leserinnen in rund 1.000 Orten Österreichs.

1934 wurde im Zuge der Errichtung eines christlich-autoritären Bundesstaates "Die Frau" so wie alle anderen sozialdemokratischen Medien eingestellt.

Die Unzufriedene (1923 - 1934)

Im September 1923 begründete der Wiener Sozialpolitiker und Journalist Max Winter (1870 - 1937) "Die Unzufriedene. Eine unabhängige Wochenschrift für alle Frauen". Sie wurde von Anfang an im Vorwärts-Verlag hergestellt und gedruckt. Sie wollte eigenen Angaben zufolge "Sprachrohr sein für alle Unzufriedenen" und trug das Motto "In der Unzufriedenheit liegt der Fortschritt der Menschheit." "Die Unzufriedene" wandte sich an alle Frauen. "Denn (...) sind wir nicht noch immer die Unterdrückten? Die Sklavinnen des Mannes, der Fabrik, unserer Arbeit im Geschäft oder zu Hause, Sklavinnen unserer rückständigen Kultur, Sklavinnen unserer unfreien Gesetzgebung? Aber auch - erkennen wir nur auch uns! - sind wir nicht Sklavinnen von allerlei ererbten oder anerzogenen Vorurteilen, von allerlei Aberglauben und Irrglauben, die uns in die Ketten schlagen? Sind wir nicht auch Sklavinnen der Mode, der Kleidung, der Haartracht? Wie lächerlich demütig sind wir noch, wie unterwürfig, wie wenig selbständig, wie abhängig."

Was "Die Unzufriedene" wollte, ist: "Zeigen, was ist, und zeigen, wie man es besser machen kann." "Die "Unzufriedene" war ein viel gelesenes Blatt. 1930 hatte es eine Auflage von 161.700, die Hälfte davon wurde in Wien verkauft. Die letzte Ausgabe der "Unzufriedenen" als sozialdemokratischer Wochenzeitung erschien am 11. Februar 1934.

Ende April 1934, nach Einstellung aller sozialdemokratischen Presseerzeugnisse und Etablierung des Austrofaschismus, erschien die Zeitung kurzfristig wieder unter ihrem alten Namen, allerdings mit völlig veränderten politischen Intentionen. Die Leserinnen wurden aufgefordert, im Rahmen eines Preisausschreibens einen neuen Namen für die Zeitung zu suchen. Ab Juli 1934 hieß die Zeitschrift "Das kleine Frauenblatt". In einem Kommentar zur Namensänderung heißt es, dass diese die neue Stellung der Frauen zum Staate ausdrückt. "Ein neuer Abschnitt in der Geschichte unserer Heimat hat begonnen (...) Auch die Frau muss heute eine positive Einstellung zu dem Staate nehmen, denn es ist auch unser Staat." "Das kleine Frauenblatt" erschien bis 1944.

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